Vancouver

Eine Reise nach Vancouver, die wohl schönste Stadt Canadas, lohnt sich immer. Warum? Es ist schwer an einem Punkt anzufangen, aber Fakt ist, dass die Hauptstadt British Columbias nicht nur einer der schönsten Städte in Canada ist, sondern auch die beliebteste.

Ruhe und Gelassenheit

Als ich das erste Mal in diese Stadt kam, war es ein kleiner Kulturschock für mich: Ich stellte fest, dass es den ‘eigentlichen’ Canadier nicht wirklich gibt. Gerade hier in Vancouver sind es die verschiedenen Kulturen, die diese Stadt so bunt machen. So leben hier sehr viele Inder, Chinesen, Polen und auch Deutsche. Sie alle haben das Land und diese Stadt zu ihrer neuen Heimat gewählt und ich kann sie verstehen.
Das Leben in Vancouver ist sehr günstig, wenn man von den hohen Mieten und den eher dürftigen Mindestlöhnen einmal absieht. Für europäische Verhältnisse sind die Preise in den Supermärkten und sonstigen Geschäften aber sehr angenehm.

Das erste, was ich hier bemerkte, war die Gelassenheit der Menschen. Für eine Großstadt mit ca. 4 Millionen Einwohnern gibt es hier kaum Kriminalität und auch keine aggressiven Menschen auf den Strassen. Das liegt unter anderem daran, dass Alkohol auf den Strassen strikt verboten ist und auch die Nachrichten nicht mit Gewalt vollgestopft sind. Die naheliegende Grenze zu den USA führt dazu, dass viele Amerikaner nach Feierband in die Metropole kommen, weil sie es einfach dort entspannter finden.

Landschaftliche Schönheit

Es gibt aber noch mehr Faktoren, die dazu führen, dass alles hier etwas ruhiger und fröhlicher zugeht. Vancouver liegt mitten in der Natur und mitten in Vancouver liegt die Bucht, während Vancouver auch mitten in den Bergen liegt. So hat man einen riesige Eindrücke und vor allem eine saubere Luft. Selten findet man eine Stadt, in welcher Natur und Metropole so eng zusammen arbeiten, denn Umweltschutz ist hier eines der wichtigsten Themen in der Politik. Ein Beispiel für den Rest der Welt.

Doch was gibt es alles zu sehen in Vancouver? Neben den Stränden Jericho Beach und Spanish Banks gibt es noch weitaus mehr Natur zu sehen. Der Queen Elizabeth Park zum Beispiel ist eine gute Adresse mitten in Vancouver. Der Park liegt auf einem 150 Meter hohen Hügel und ist der höchste Punkt der Stadt, was den Vorteil hat, dass man von dort einen fantastischen Ausblick hat. Wer schwindelfrei ist, sollte sich über die längste Fussgänger-Hängebrücke der Welt trauen – der Capilano Bridge. Sie liegt 70 Meter über dem Canyon und ist 137 Meter lang. Also nichts für Angsthasen.

Da Höhenluft ja meistens hungrig macht, sollte man sich ins Zentrum wagen – nach Chinatown. Hier gibt es nicht nur viele Chinesen sondern auch viele gute Lebensmittel. Man muss ja nicht gleich Seepferdchen probieren, aber ein Besuch in einer dieser kantineähnlichen Restaurants lohnt sich immer. Das Essen ist billig und verdammt gut zubereitet. Ein Tipp: Wo viele Chinesen essen gehen, ist das essen auch besser.

Sehenswürdigkeiten

Mit einem Duft von Gewürzen und frisch gebackenen Enten geht es wieder in den Park. Diesmal aber in den Central Park, welcher erstens zentraler liegt (natürlich!) und zweitens noch mehr Natur zu bieten hat, als so manch andere Parks. Für lange Spaziergänge ist es hier mehr als geeignet. Man verliert sich sehr schnell in der Harmonie der Umgebung und man entdeckt an jeder Ecke immer wieder etwas Neues. Der berühmteste der 180 Parks ist aber der Stanley Park.

Im Stanley Park befindet sich auch das weltberühmte Aquarium. Weltberühmt ist, weil dort bis vor einiger Zeit noch der berühmte Orca-Wal zu bestaunen war.. Aber auch ohne Orca gibt es dort viele faszinierende Wassertiere, wie z.B. Beluga-Wale, Otter, Biber oder Seelöwen. Auch wenn das Aquarium in Vancouver immer wieder von Tierschützern ins Visier genommen wird, ist der Ruf nahezu unbeschadet und ein Besuch lohnt sich immer.

Wie kommt man eigentlich in Vancouver rum, es ist schliesslich keine kleine Stadt? Als erstes hätten wir da die Bahn, die aus nur einer Linie besteht, aber so zentral konzeptioniert ist, dass man die wichtigsten Punkte der Stadt schnell erreicht. Für die restlichen Strecken ist der Bus zu empfehlen. Wer aber nach North Vancouver will, darf nicht seekrank sein: Mit einem Hoovercraft-Boot geht es einmal über die Bucht. Ohne Aufpreis, versteht sich. Wer mit dem Auto fahren will, wird sich über die breiten Strassen und das rechtwinklige Stadtbild freuen. Bei Rush Hour allerdings hört auch hier der Spass auf.

Wer mit Kindern nach Vancouver reist, dem sei ein Besuch im Science World ans Herz gelegt. Hier können die Kinder endlos viele Wunder der Wissenschaft und Technik entdecken. Die Eltern werden aber auch ihren Spass haben. Das ehemalige Expo-Gebäude liegt sehr zentral und auch der Eintrittspreis ist fair, da man eh den halben Tag einplanen sollte.

Nach einer langen Tour lohnt es sich, einen der Strände oder auch den etwas nördlich abgelegen Horseshoe Bay aufzusuchen. Mit einer Portion Fish & Chips, der britische Einfluss ist hier nicht zu verkennen, geniesst man einen wunderschönen Sonnenuntergang bei eine angenehmen Brise, die im Sommer mehr als angenehm ist.
Man sollte diese Stadt sowieso eher im Sommer besuchen. Man hat viele Sonnentage, eine Durchschnittstemperatur von 18°C (meist heisser) und abends das typische Californien-Flair. Nur ohne Schiessereien und Hollywood.

Der einzige Nachteil dieser Stadt ist die Gefahr, dass man seine Heimat verlässt und hier seine Wurzeln schlägt. Vancouver und Canada an sich ist eines der beliebtesten Länder zum Auswandern und wurde zur ‘#1 city in the world’ gewählt. Mehr braucht man nicht zu sagen .

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